Im Juli 2015 reiste ich nach Brasilien. Wir verbrachten dort knapp drei Wochen und besuchten unter anderem Rio de Janeiro, machten eine kleine Rundreise durch den Bundesstaat Minas Gerais und verbrachten am Ende noch eine Woche in der Chapada dos Guimarães und dem Pantanal. Das Pantanal gilt als größtes Sumpfgebiet der Erde und beherbergt eine große Menge an Pflanzen und Tieren. Unsere Unterkunft lag an der Transpantaneira im nördlichen Teil des Pantanals. Von dort aus konnte man Tagestouren für Bootsfahrten auf dem Rio Sao Lorenco am Ende der Transpantaneira buchen um dort mit etwas Glück Jaguare zu sehen. Diese Gelegenheit wollten wir nutzen und buchten eine solche Tour.
Der Tag begann sehr früh morgens. Nach einer kurzen Nacht trafen wir uns um 04.30 Uhr um einen schnellen Kaffee zu trinken, bevor die Fahrt losging. Unsere Unterkunft lag etwa auf Kilometer 30 der ca. 150 Kilometer langen Transpantaneira. Wir mussten also erstmal ein gutes Stück fahren. Die Straße ist in der Regenzeit nicht befahrbar, da sie dann weitgehend überschwemmt ist. Aber selbst wenn das nicht der Fall ist kommt man auf dieser Schotterpiste nicht sonderlich schnell voran. Der Weg führt über weit über 100 Holzbrücken, die teilweise in unterschiedlichen Zuständen sind. Die Fahrt dauerte – inkl. einer kleinen Frühstückspause (wir haben eine große Lunchbox für den Tag von unserer Unterkunft erhalten) ca. vier Stunden. Gegen 9 Uhr kamen wir dort an und bestiegen das Boot.
Diese Touren sind sehr touristisch ausgelegt und man ist nicht alleine unterwegs. Die Bootsführer sind zudem noch vernetzt und geben sich per Funk Hinweise, wo gerade ein Jaguar zu sehen ist. Es dauerte auch nicht lange, bis wir einen solchen Hinweis erhielten und unser Bootsführer sich auf dem Weg machte. Als wir ankamen konnten wir tatsächlich bereits den ersten Jaguar sehen. Er lag etwas verschlafen am Ufer und zeigte kein großes Interesse an uns. Wenig später machten wir uns wieder auf die Suche nach weiteren Tieren.
Wir hatten an dem Tag in mehrerer Hinsicht Glück. Zum einen fanden wir recht schnell einen weiteren Jaguar, der offensichtlich gerade auf Jagd war. Unser Bootsführer war zudem noch so nett und hielt diese Information für sich und informierte die anderen Boote nicht. Der Motor des Boots wurde ausgestellt und nur dann benutzt, wenn es unbedingt sein musste. So hatten wir die Chance, dieses Tier fast ungestört eine lange Zeit bei der Jagd zu beobachten. Er wechselte vor unserem Boot die Seite und ließ sich anscheinend nicht durch uns stören. Offensichtlich hatte er es auf die vielen Kaimane abgesehen. Zweimal konnten wir sehen, wie das Tier erfolglos versuchte, einen Kaiman zu fangen. Ein Erlebnis, das uns sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Wir verbrachten fast den ganzen Vormittag damit, dieses Tier zu beobachten.
Gegen 13 Uhr machten wir auf dem Boot (wir verbrachten dort insgesamt 8 Stunden!) eine Mittagspause um unser mitgebrachtes Mittagessen zu uns zu nehmen. Am Nachmittag fanden wir dann wieder sehr schnell einen Jaguar. Nun informierte unser Bootsführer aber auch die anderen Boote. Schnell waren wir nicht mehr alleine. Fünf oder sechs Boote fanden sich ein, um sich das Tier anzusehen.
Was wir gar nicht wirklich mitbekommen hatten war, wie weit wir uns auf dem Fluss von der Anlagestelle entfernt hatten. Am späten Nachmittag wurden wir von unserem Bootsführer angewiesen, uns jetzt bitte festzuhalten, da wir so schnell es geht zurück fahren müssten. Wie wir nun feststellen hatte das Boot einen recht starken Motor und so fuhren wir mit ca. 60 kmh zurück zur Anlagestelle und von dort schließlich zu unserer Unterkunft zurück. Dort erzählten wir von unseren Erlebnissen und es wurde uns gesagt, dass wir wohl sehr viel Glück gehabt hätten. Die Gruppe am Tag vor uns sei fast leer ausgegangen. Jaguare so lange zu sehen und zu beobachten scheint nicht alltäglich zu sein. Sicher sind die Jaguare das Highligt dieser Touren, es gibt allerdins noch so viel mehr dort zu sehen. Das Pantanal hat eine atemberaubende Vogelwelt, Kaimane kommen überall vor und Wasserschweine (Capybaras) in Natur zu sehen hat auch seinen Reiz. Eine solche Tour lohnt sich daher in jedem Fall.





























